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Griechenland
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Routenbeschreibung unter Google Maps

Als ich vor 20 Jahren das letzte Mal die Grenze nach Griechenland bei Ipsala überschritten hatte, parkten vor einem Verwaltungsgebäude, in das man zur Passkontrolle musste, zahlreiche Autos, ein paar Wohnmobile und meine BMW. Vollkommen überrascht komme ich heute an einen hypermodernen Grenzposten, der quasi im Fließbandsystem die gesamte Polizei- und Zollkontrolle erledigt. Vier Schlangen an Autos, meist auf dem Heimweg befindliche Gastarbeiter mit großteils deutschen Kennzeichen, stehen vor mir und es geht trotz der Akkordarbeit der türkischen Zöllner nur schleppend voran. Ich schalte den Motor aus. Wir haben locker 35 Grad und trotz Ölkühler möchte ich ihm eine Stunde Leerlaufbetrieb nicht zumuten. Er wird schon wieder anspringen.

Mein Vorsatz, den leidigen Strafzettel nur zu zahlen, wenn ich darauf angesprochen werde, verhärtet sich angesichts dieses Systems, doch auch das letzte Blauhemd scheint nichts zu wissen.

Die BMW läuft und ich fahre über die Brücke hinüber nach Griechenland. Hier geht erst mal gar nichts und nach einer halben Stunde auf der Stelle stehend ist es mir schlicht schnurze, was man

von mir denkt. Ich schere aus der Reihe aus und stelle mich frech ganz vorne in die Schlange für EU-Bürger. Man kontrolliert mich nicht einmal, sieht nur die Außenseite des Passes mit dem Sternenkranz und winkt mich durch.

Hinter mir ruft ein Deutsch-Türke: „Wird Zeit, dass wir auch in die EU kommen!“ und winkt mir nach.

Angesichts der Spritpreise in der Türkei jenseits der 1,60 €, rolle ich mit fast leerem Tank hinein nach Griechenland und sollte möglichst rasch eine Tankstelle suchen. Unmittelbar hinter der Grenze beginnt die perfekte, neu gebaute Autobahn hinüber nach Igoumenitsa. Die Strecke ist mautfrei und besser in Schuss, als unsere A8 vor der Haustür. Einziges Manko: Es gibt keine Rastplätze oder Tankstellen direkt auf der Strecke, man muss die Autobahn dazu verlassen.

Natürlich ist die Strecke am Meer entlang viel schöner. Nach über sechstausend Kilometern habe ich aber heute keine Lust, Landstrasse zu fahren und mich durch die ganzen Städte zu stauen, wie das früher notwendig war. Ich genieße es, mit etwas über 100 km/h die Füße auf die Sturzbügel zu legen und weit zurückgelehnt durch das karge Hinterland zu cruisen.

An Thessaloniki konnte ich mich noch erinnern. Das bedeutete jedes Mal mindestens eine Stunde Zeitverlust. Die Strasse führte direkt durch das Stadtzentrum, vorbei am Hauptbahnhof. Hier musste alles durch, was von Ost nach West wollte oder umgekehrt. Heute ist es für mich das Ziel meiner Tagesetappe. Hier verlasse ich die Autobahn und fahre ein Stück hinauf nach Norden in Richtung Mazedonien, um mir eine Unterkunft zu suchen. Auf dem Hotelparkplatz erledige ich das, was ich schon seit zwei Tagen plane, ich sorge für meine Erleuchtung.

Nachdem ich vollkommen ohne Strom unterwegs war, nur der Motor lief, bei jedem Zuschalten von Licht, Blinker oder Hupe aber als einziges die Ladekontrollleuchte an ging überprüfte ich, ob denn mein Bremslicht funktioniert. Gebremst hatte ich oft genug, im Cockpit aufgeleuchtet hatte aber nichts. Und tatsächlich, wenn ich das Bremspedal drückte, leuchtete hinten die Lampe. Der hintere Kabelbaum ist getrennt vom vorderen, der Fehler liegt also dort oder in einem der Aggregate.

Den Scheinwerfer und das Rücklicht schloss ich direkt an die Batterie an, legte eine Masseleitung zum Rahmen und siehe da, tatsächlich funktionierte das Licht. Nichts deutete darauf hin, dass es zu Lasten der Batterie ging.

Am nächsten Tag besorgte ich mir in einem Elektrogeschäft unterwegs einen einfachen

Schalter, den ich mit einem Kabelbinder und etwas Isolierband an der Lenkerstrebe befestigte. Jetzt war mir wohler. Spätestens die kilometerlangen Tunnels auf der Tauern-Strecke in Österreich wollte ich ungern komplett ohne Beleuchtung fahren. weiter lesen >>


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